Sollten Sie kein iPhone verwenden, können Sie diesen Artikel gleich wegklicken: Die zur Zeit angesagte App Clubhouse läuft aktuell nur auf Apples iOS. Allerdings planen die Clubhouse-Macher auch eine Android-Version. Insofern lohnt es sich eventuell doch, weiterzulesen.

Clubhouse ist eine Audio-Plattform, auf der Menschen miteinander per Stimme kommunizieren können. Die App verlagert das übliche Gespräch zum Wein & Bier in die virtuelle Welt. Dabei werden einzelne Gesprächs-Räume angeboten, in welchen Themen moderiert diskutiert werden können. Die App ist seit Frühjahr 2020 verfügbar, Ende Dezember nutzen etwa 600.000 Menschen Clubhouse. Obwohl dies Zahl durch den aktuellen medialen Hype stark gestiegen sein dürfte, handelt es sich immer noch eine winzige Nische. Zum Vergleich: Facebook nutzen 2,7 Mrd. Menschen.

Neben der Hürde, dass die Nutzung nur via iPhone möglich, gibt es eine weitere Restriktion zur Teilnahme: Nur per Einladung kann mitgeredet werden. Dies gibt Clubhouse einen exklusiven Charakter.  

Zugriff auf Adressbuch bedenklich

Aus Datenschutzgründen ist Clubhouse bedenklich. So bemängelt der Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar, dass kein Ansprechpartner für Datenschutzanfragen genannt werde. Wesentlich gravierender ist aber die Tatsache, dass der volle Funktionsumfang der App nur genutzt werden kann, wenn der Nutzer den Zugriff auf das Adressbuch seines iPhones ermöglicht. Dieser Zugriff ist zwar optional, aber ohne lassen sich keine Freunde einladen. Problematisch ist, dass damit auch Adressbuchkontakte, die noch nicht bei Clubhouse angemeldet sind, ohne deren Einwilligung übermittelt werden. Außerdem zeichnet Clubhouse die Audiodaten zumindest temporär auf. Ob es sich bei dieser Aufzeichnung um die „Wahrung berechtigter Interessen“ nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO („… die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, ….“) handelt, kann durchaus bezweifelt werden.

Auch der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann ist gegenüber Clubhouse skeptisch. „Nach ersten Erkenntnissen ist die US-App aus Datenschutzperspektive höchst problematisch“, so Kugelmann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verstoße sie gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Kugelmann bemängelt auch, dass in keiner Weise transparent sei, welche Daten die App dauerhaft speichere und wie diese in Zukunft genutzt würden.