Es ist schnell passiert und jeder kennt es: Schnell ist eine E-Mail beantwortet oder weitergeleitet. Und dann wird der Empfänger falsch eingetragen. Oft passiert dies auch, wenn das E-Mails-System den Namen vervollständigt und man schaut nicht exakt hin. Im besten Fall ist es egal, in einem schlimmeren Fall peinlich und im schlimmsten Fall führt dies zu einer Schmerzensgeldklage.

Im konkreten Fall hatte eine Bank eine Nachfrage zur Gehaltsvorstellung eines Bewerbers an eine dritte Person geschickt. Diese Nachricht enthielt personenbezogene Daten, u. a. zu Gehaltsvorstellungen des Bewerbers. Der ursprüngliche Adressat der E-Mail erhielt Kenntnis von dem Fehlversand und klagte auf Schmerzensgeld für die fehlgeleitete Nachricht.

Das Landgericht Darmstadt (Urteil vom 26.05.2020, Az.: 13 O 244/19) verurteilte die Bank zur einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Das Gericht sah in dem Versand der E-Mail eine Datenverarbeitung im Sinne von Art. 4 Nr. 2 DSGVO. Zusätzlich bemängelte das Gericht, dass die Bank den Bewerber nicht über die Datenpanne informiert hatte.