Beim schwedischen Textilhandelsunternehmen H&M soll eine Datenpanne vorliegen. „Qualitativ und quantitativ wäre das ein massiver Verstoß gegen die Datenschutzregeln, der die letzten Jahre sicher seines gleichen sucht“, so der Hamburger Datenschutzbeauftrage Johannes Caspar gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Es geht um insgesamt 66 Gigabyte an vertraulichen Daten über Beschäftigte des Modekonzerns in Nürnberg im zentralen Servicecenter. Durch eine technische Panne konnten wohl ein Großteil der Mitarbeiter im Kundenzentrum auf einen Ordner mit sensiblen Informationen zugreifen. In diesem Ordner waren, so die Dienstleistungsgewerkschaft VERDI, nicht nur Arbeitsverträge oder Personalunterlagen sondern auch „Gesprächsnotizen“ gespeichert. Diese Gesprächsnotizen stammen aus Gesprächen der Führungskräfte mit den Mitarbeitenden und enthielten Informationen wie zum Beispiel Krankheitsverläufe oder zu Partnerschaften.

H&M will den Vorfall umfassend aufarbeiten. Zunächst können alle Betroffene ihre Daten einsehen, Nach der Prüfung durch die Aufsichtsbehörde sollen alle Daten vollständig gelöscht werden. Die Führungskräfte erhalten zusätzlich ein spezielles Datenschutztraining. Die Vermutung liegt nahe, dass H&M sich auch deswegen so kooperativ verhält, um das im Raum stehende Bußgeld so gering wie möglich zu halten.